Samstag, 13. Dezember 2014

Bauhaus Manifest

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>>>>>>>>> Manifest
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>>>>>>>>> Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau! Ihn zu
>>>>>>>>> schmücken
>>>>>>>>> war einst die vornehmste Aufgabe der bildenden Künste, sie waren
>>>>>>>>> unablösliche Bestandteile der großen Baukunst. Heute stehen sie in
>>>>>>>>> selbstgenügsamer Eigenheit, aus der sie erst wieder erlöst werden
>>>>>>>>> können
>>>>>>>>> durch bewußtes Mit- und Ineinanderwirken aller Werkleute
>>>>>>>>> untereinander.
>>>>>>>>> Architekten, Maler und Bildhauer müssen die vielgliedrige Gestalt
>>>>>>>>> des
>>>>>>>>> Baues in seiner Gesamtheit und in seinen Teilen wieder kennen und
>>>>>>>>> begreifen lernen, dann werden sich von selbst ihre Werke wieder mit
>>>>>>>>> architektonischem Geiste füllen, den sie in der Salonkunst verloren.
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>>>>>>>>> Die alten Kunstschulen vermochten diese Einheit nicht zu erzeugen,
>>>>>>>>> wie
>>>>>>>>> sollten sie auch, da Kunst nicht lehrbar ist. Sie müssen wieder in
>>>>>>>>> der
>>>>>>>>> Werkstatt aufgehen. Diese nur zeichnende und malende Welt der
>>>>>>>>> Musterzeichner und Kunstgewerbler muß endlich wieder eine bauende
>>>>>>>>> werden. Wenn der junge Mensch, der Liebe zur bildnerischen Tätigkeit
>>>>>>>>> in
>>>>>>>>> sich verspürt, wieder wie einst seine Bahn damit beginnt, ein
>>>>>>>>> Handwerk
>>>>>>>>> zu erlernen, so bleibt der unproduktive "Künstler" künftig nicht
>>>>>>>>> mehr
>>>>>>>>> zu
>>>>>>>>> unvollkommener Kunstübung verdammt, denn seine Fertigkeit bleibt nun
>>>>>>>>> dem
>>>>>>>>> Handwerk erhalten, wo er Vortreffliches zu leisten vermag.
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>>>>>>>>> Architekten, Bildhauer, Maler, wir alle müssen zum Handwerk zurück!
>>>>>>>>> Denn
>>>>>>>>> es gibt keine "Kunst von Beruf". Es gibt keinen Wesensunterschied
>>>>>>>>> zwischen dem Künstler und dem Handwerker. Der Künstler ist eine
>>>>>>>>> Steigerung des Handwerkers. Gnade des Himmels läßt in seltenen
>>>>>>>>> Lichtmomenten, die jenseits seines Wollens stehen, unbewußt Kunst
>>>>>>>>> aus
>>>>>>>>> dem Werk seiner Hand erblühen, die Grundlage des Werkmäßigen aber
>>>>>>>>> ist
>>>>>>>>> unerläßlich für jeden Künstler. Dort ist der Urquell des
>>>>>>>>> schöpferischen
>>>>>>>>> Gestaltens.
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>>>>>>>>> Bilden wir also eine neue Zunft der Handwerker ohne die
>>>>>>>>> klassentrennende
>>>>>>>>> Anmaßung, die eine hochmütige Mauer zwischen Handwerkern und
>>>>>>>>> Künstlern
>>>>>>>>> errichten wollte! Wollen, erdenken, erschaffen wir gemeinsam den
>>>>>>>>> neuen
>>>>>>>>> Bau der Zukunft, der alles in einer Gestalt sein wird: Architektur
>>>>>>>>> und
>>>>>>>>> Plastik und Malerei, der aus Millionen Händen der Handwerker einst
>>>>>>>>> gen
>>>>>>>>> Himmel steigen wird als kristallenes Sinnbild eines neuen kommenden
>>>>>>>>> Glaubens.
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>>>>>>>>> WALTER GROPIUS
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>
> s.a.
>
> "Paul Klee unterrichtete zwischen 1921 und 1931 am Bauhaus in Weimar
> und Dessau unter anderem bildnerische Form- und Gestaltungslehre.
> Diese Manuskripte umfassen einerseits das kleine Buch Beiträge zur
> bildnerischen Formlehre sowie ein Konvolut von rund 3900 Seiten mit
> Unterrichtsnotizen. Klee bezeichnete dieses Material als Bildnerische
> Gestaltungslehre. Die gesamten Notizen werden im Zentrum Paul Klee in
> Bern aufbewahrt.
> Auf dieser Datenbank werden erstmals alle Unterrichtsnotizen
> vollständig als Faksimiles und Transkriptionen publiziert."
> http://www.kleegestaltungslehre.zpk.org/ee/ZPK/Archiv/2011/01/25/00001/
>
> 1711 via a.
>

s.a. aktuell oskar schlemmer in s ...

>>
>> --
>> MfG, Karl Dietz
>> http://karldietz.blogspot.com

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