Freitag, 7. März 2014

Radiotheorie von Bert Brecht

ein hinweis

Mittwoch, 12.03.2014, 22.03 Uhr: SWR2 Feature
Stimme der Stimmlosen
Community Radios in Indonesien
Von Mandy Fox

Sie warnen vor Vulkanausbrüchen, gründen Schulen, machen auf
Krankenversicherungen aufmerksam, organisieren Krankenbesuche, geben
Tipps für die Ernte. Lokalradios sind in Indonesien ein
unverzichtbares Kommunikationsmittel. Schließlich verteilt sich das
Land auf über 17.000 Inseln. Gesendet wird aus Hinterzimmern oder von
unterwegs, die Sender sind mobil. Gehört wird zu Hause, manche nehmen
ihr Radio mit zur Arbeit aufs Feld und hängen es an ein Büffelhorn.
Warum? Weil es das einzige Medium für Bildung und Information in den
oft abgelegenen Siedlungen ist. Der Regierung sind sie allerdings
häufig ein Dorn im Auge, weil sie zu selbstständig, zu selbstbewusst
agieren. Dabei könnten sie die Demokratisierung des Landes
vorantreiben.

Manuskript unter: www.swr2.de/feature


+

some info

>>>
>>> Am 29. Oktober 1923 wird die erste deutsche Rundfunksendung vom
>>> Berliner Vox-Haus ausgestrahlt. Das neue Medium Radio erobert
>>> Deutschland. Auch in Leipzig, München, Frankfurt, Hamburg, Stuttgart,
>>> Königsberg und Münster werden Rundfunkgesellschaften gegründet.
>>> Eigentümer sind der Staat und die Privatwirtschaft gemeinsam. 1924
>>> hören bereits eine Million Menschen in Deutschland Radio - und es
>>> werden immer mehr. Zum unaufhaltsamen Aufstieg tragen auch neue,
>>> rundfunkeigene Formen wie Hörspiel und Feature bei. Albert Einstein
>>> sagt zur Eröffnung der Berliner Funkausstellung 1931, der Rundfunk
>>> habe "eine einzigartige Funktion (...) im Sinne der
>>> Völkerverständigung". Er glaubt wie viele andere an die
>>> friedensstiftende Kraft der Ätherwellen.
>>>
>>>
>>>>> Brecht sieht das Grundproblem des Hörfunks darin, dass er
>>>>> erfunden wurde, ohne dass es ein gesellschaftliches Bedürfnis
>>>>> danach gegeben habe: "Nicht die Öffentlichkeit hatte auf den
>>>>> Rundfunk gewartet, sondern der Rundfunk wartete auf die
>>>>> Öffentlichkeit". Ironisch merkt er an: "Man hatte plötzlich die
>>>>> Möglichkeit, allen alles zu sagen, aber man hatte, wenn man es
>>>>> sich überlegte, nichts zu sagen. [...] Ein Mann, der was zu sagen
>>>>> hat und keine Zuhörer findet, ist schlimm daran. Noch schlimmer
>>>>> sind Zuhörer daran, die keinen finden, der ihnen etwas zu sagen
>>>>> hat." Dies sei auch der tiefere Grund, so mutmaßt Brecht, dass im
>>>>> Hörfunk nichts Neues übertragen, sondern nur Vorhandenes imitiert
>>>>> werde.
>>>>>
>>>>> Basierend auf dieser Analyse überlegt Brecht, wie das vorhandene
>>>>> Medium nutzbringend eingesetzt werden könnte: "Um nun positiv
>>>>> zu werden: das heißt, um das Positive am Rundfunk aufzustöbern;
>>>>> ein Vorschlag zur Umfunktionierung des Rundfunks: Der Rundfunk
>>>>> ist aus einem Distributionsapparat in einen
>>>>> Kommunikationsapparat zu verwandeln. Der Rundfunk wäre der
>>>>> denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen
>>>>> Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das heißt, er wäre es, wenn
>>>>> er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu
>>>>> empfangen, also den Zuhörer nicht nur zu hören, sondern auch
>>>>> sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn auch
>>>>> in Beziehung zu setzen." Der Hörfunk könne den Austausch
>>>>> ermöglichen und zu Gesprächen, Debatten und Disputen genutzt
>>>>> werden.
>>>>>
>>>>> aus wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Radiotheorie
>>>>>
>>
>> Die UNESCO hat den 13. Februar zum Welttag des Radios ausgerufen. Der
>> Welttag soll auf die Bedeutung dieses immer noch wichtigen Mediums
>> aufmerksam machen.
>>
>> Beim Radio war Esperanto von Anfang an dabei. Schon 1924 wurden vom
>> VOX-Haus am Potsdamer Platz die ersten Sendungen in Esperanto auf
>> Langwelle ausgestrahlt. Bis 1933 hatten Esperanto-Sendungen einen
>> festen Platz in den Programmen vieler Sender in Deutschland. Heute
>> sind es vor allem freie Radios, wie Radio Dreyeckland, die feste
>> Sendeplätze für Esperanto habe und auf UKW senden. Über das Internet
>> kann man heute Stationen aus der ganzen Welt als Livestream oder
>> Podcast problemlos hören. Auf Kurzwelle senden noch der chinesische
>> Rundfunk oder Radio Vatikan.
>> Esperanto-Weltbund (Universala Esperanto Asocio, UEA) arbeitet seit
>> 1954 als Nichtregierungsorganisation mit der UNESCO zusammen, die
>> ihren Mitgliedsstaaten die Unterstützung von Esperanto empfiehlt.
>> Esperanto nimmt heute bei den Sprachen von Wkipedia den 30. Rang ein
>> und liegt vor Nationalsprachen wie Dänisch, Litauisch oder Bulgarisch.
>> Bei der Veranstaltung werden Beispiele aus der 90-jährigen Geschichte
>> des Esperanto-Rundfunks und Mitschnitte aus den verschiedenen Epochen
>> präsentiert.
>>
>> Das Kaffeehaus" im Museum für Kommunikation, Leipziger Strasse 16,
>> 10117 Berlin (Mitte)
>> Mehr Infos im Internet:
>> http://esperanto-berlin.blog.de/2013/02

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