Sonntag, 15. Juni 2014

BoloBolo ...

Hallo alle,

die info zum buch im kontext zu einem krimi, bei dem bolobolo incl.
mit drin ist.
dazu mehr in einer rez.ension in der nächsten oder übernächsten contraste ...

Grüsse, Karl


>> BoloBolo
>> Vision einer nachkapitalistischen Welt
>> Buch von [P.M.]
>>
>> bolo'bolo - english edition - semiotext(e) - ISBN: 093675608X
>> bolo'bolo - deutsche Ausgabe - verlag paranoia city - ISBN: 390752201X
>> bolo'bolo - franz. ausgabe - 1998 - isbn 2-84162-0028-x - 216 p.
>> ! Das Buch ist bereits in 7 Sprachen erschienen.
>>
>> Französischer Volltext -
>> http://www.lyber-eclat.net/lyber/bolo/bolo.html
>>
>> = IBU
>>
>> Eigentlich gibt es nur das ibu und sonst gar nichts. Doch das ibu ist
>> unzuverlässig, paradox und pervers. Es gibt nur ein einziges ibu, und
>> trotzdem tut dieses so als ob es mehr als 4 Milliarden davon gebe. Das ibu
>> weiss auch, das es selbst die Welt und die Wirklichkeit erfunden hat, und
>> doch glaubt es fest daran, dass diese Einbildungen real sind. Das ibu hätte
>> sich eine angenehme, problemlose Wirklichkeit erträumen können, aber es hat
>> sich darauf versteift, sich eine Elende, brutale, widersprüchliche Welt
>> einzubilden.
>>
>> Es hat sich eine Wirklichkeit zusammengeträumt, in der es ständig von
>> Konflikten, Katastrophen und Krisen geplagt wird. Es ist hin- und
>> hergerissen zwischen Glücksrauch und Trübsal, zwischen Begeisterung und
>> Enttäuschung, zwischen Ruhe und Nervosität. Es hat einen Körper, der jeden
>> Tag 2000 Kalorien benötigt, schnell müde wird, friert, krank wird und es
>> ungefähr alle 70 Jahre wieder aus sich vertreibt. Lauter unsinnige
>> Komplikationen.
>>
>> Um sich daran zu hindern, zu sich selbst zu kommen und die Traumhafigkeit
>> der Wirklichkeit zu durchschauen, hat sich das ibu. auch die "anderen"
>> ausgedacht. Es bildet sich ein, diese künstlichen Wesen seien wie es selbst.
>> Wie in einem absurden Theater tritt es mit ihnen in Beziehung, liebt oder
>> hasst sie , fragt sie sogar um Rat oder philosophische Erklärungen. Es
>> flieht so vor seinem eigenen Bewusstsein und delegiert es an andere um es
>> los zu werden. Es macht sich diese anderen fassbar, in dem es sie zu
>> Institutionen formiert: Paar, Familie, Verein, Stamm, Club, Volk,
>> Menschheit. Es erfindet die "Gesellschaft" und unterwirft sich ihren
>> Gesetzen. Der Alptraum ist perfekt. ...
>>
>> .
>>
>> = pili
>>
>> Jedes bolo ist in einem gewissen Sinn eine «kleine Welt» oder ein «Heim»,
>> also ein Ort vertrauter Zeichen. Die Art dieses Zeichen-Heims, der Austausch
>> dieser Zeichen, der Umgang mit ihnen, ist ein wichtiger Teil der kulturellen
>> Eigenart eines bolo. Gefühle, Sinneseindrücke, Ideen, Erfahrungen,
>> Kenntnisse, Ereignisse, Geschichten und Gedichte, Kommunikation, Musik,
>> Pädagogik, Forschung, Medien usw. - all das gehört zu pili.
>>
>> Kommunikation und Erziehung bilden heute mächtige Monopole des Staates und
>> der Grosskonzerne. Schulen, Universitäten, Gefängnisse und Medienkonzerne
>> sind dazu da, die Kommunikation so zu regulieren, dass die Maschine weiter
>> funktionieren kann. Die bolos brauchen keine solchen Institutionen mehr.
>> Lehren und Lernen wird wieder ein Teil des Lebens selbst. Jeder wird
>> zugleich Lehrling und Lehrer sein. Die jüngeren oder lernenden ibus werden
>> den älteren zuschauen. In den bolo-Werkstätten, Küchen, Laboratorien,
>> Bibliotheken, Landgütern, Apotheken, Ateliers, werden sie das lernen, wofür
>> sie sich interessieren. Die Weitergabe von Wissen und Fertigkeiten wird alle
>> produktiven oder intellektuellen Vorgänge begleiten und «stören». Das
>> bolo-Leben wird ein Gewirr von «didaktischen Digressionen» (lehrhaften
>> «Abschweifungen»).
>>
>> Schulpflicht und Zwangsalphabetismus verschwinden. Je nach kultureller
>> Eigenart können bolos Lernkabinette einrichten, wo ibus, die gerne
>> unterrichten, Schreiben, Lesen und Rechnen lernen. (Ein bolo ist gerade
>> gross genug, dass einige Schülergruppen gebildet werden können.) Es kann
>> auch sein, dass ein bolo besondere pädagogische Leidenschaften entwickelt
>> hat und daher Schüler von andern bolos dorthin gehen, um bestimmte Fächer zu
>> studieren (im Rahmen von Tauschabkommen oder «gratis»). Vielleicht gibt es
>> sogar Quartiere oder Städte, wo die Übereinstimmung so gross ist, dass
>> eigene Schulen eingerichtet werden können. Doch wird all das völlig
>> freiwillig sein und von Ort zu Ort verschieden. Es wird keine offiziellen
>> Lehrpläne geben, kein hierarchisch gegliedertes Schulsystem, keine
>> Selektion, keine Noten, Dipolome, Titel usw.
>>

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