Montag, 18. Mai 2015

Bauhaus Manifest

>>>>>>>
>>>>>>>
>>>>>>> Manifest
>>>>>>>
>>>>>>>
>>>>>>> Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau! Ihn zu
>>>>>>> schmücken
>>>>>>> war einst die vornehmste Aufgabe der bildenden Künste, sie waren
>>>>>>> unablösliche Bestandteile der großen Baukunst. Heute stehen sie in
>>>>>>> selbstgenügsamer Eigenheit, aus der sie erst wieder erlöst werden
>>>>>>> können
>>>>>>> durch bewußtes Mit- und Ineinanderwirken aller Werkleute
>>>>>>> untereinander.
>>>>>>> Architekten, Maler und Bildhauer müssen die vielgliedrige Gestalt des
>>>>>>> Baues in seiner Gesamtheit und in seinen Teilen wieder kennen und
>>>>>>> begreifen lernen, dann werden sich von selbst ihre Werke wieder mit
>>>>>>> architektonischem Geiste füllen, den sie in der Salonkunst verloren.
>>>>>>>
>>>>>>> Die alten Kunstschulen vermochten diese Einheit nicht zu erzeugen,
>>>>>>> wie
>>>>>>> sollten sie auch, da Kunst nicht lehrbar ist. Sie müssen wieder in
>>>>>>> der
>>>>>>> Werkstatt aufgehen. Diese nur zeichnende und malende Welt der
>>>>>>> Musterzeichner und Kunstgewerbler muß endlich wieder eine bauende
>>>>>>> werden. Wenn der junge Mensch, der Liebe zur bildnerischen Tätigkeit
>>>>>>> in
>>>>>>> sich verspürt, wieder wie einst seine Bahn damit beginnt, ein
>>>>>>> Handwerk
>>>>>>> zu erlernen, so bleibt der unproduktive "Künstler" künftig nicht mehr
>>>>>>> zu
>>>>>>> unvollkommener Kunstübung verdammt, denn seine Fertigkeit bleibt nun
>>>>>>> dem
>>>>>>> Handwerk erhalten, wo er Vortreffliches zu leisten vermag.
>>>>>>>
>>>>>>> Architekten, Bildhauer, Maler, wir alle müssen zum Handwerk zurück!
>>>>>>> Denn
>>>>>>> es gibt keine "Kunst von Beruf". Es gibt keinen Wesensunterschied
>>>>>>> zwischen dem Künstler und dem Handwerker. Der Künstler ist eine
>>>>>>> Steigerung des Handwerkers. Gnade des Himmels läßt in seltenen
>>>>>>> Lichtmomenten, die jenseits seines Wollens stehen, unbewußt Kunst aus
>>>>>>> dem Werk seiner Hand erblühen, die Grundlage des Werkmäßigen aber ist
>>>>>>> unerläßlich für jeden Künstler. Dort ist der Urquell des
>>>>>>> schöpferischen
>>>>>>> Gestaltens.
>>>>>>>
>>>>>>> Bilden wir also eine neue Zunft der Handwerker ohne die
>>>>>>> klassentrennende
>>>>>>> Anmaßung, die eine hochmütige Mauer zwischen Handwerkern und
>>>>>>> Künstlern
>>>>>>> errichten wollte! Wollen, erdenken, erschaffen wir gemeinsam den
>>>>>>> neuen
>>>>>>> Bau der Zukunft, der alles in einer Gestalt sein wird: Architektur
>>>>>>> und
>>>>>>> Plastik und Malerei, der aus Millionen Händen der Handwerker einst
>>>>>>> gen
>>>>>>> Himmel steigen wird als kristallenes Sinnbild eines neuen kommenden
>>>>>>> Glaubens.
>>>>>>>
>>>>>>> WALTER GROPIUS
>>>>>>>
>>>>>>>


walter was #bornonthisday in ...


>>>>
>>>> --
>>>> MfG, Karl Dietz
>>>> http://karldietz.blogspot.com
>>>>

Keine Kommentare: