Freitag, 27. Januar 2017

SCHWUR VON BUCHENWALD

> 19. April 1945: Schwur von Buchenwald
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> Nach der Selbstbefreiung des Lagers am 11. April 1945 treten die
> Überlebenden - etwa 20.000 Häftlinge - am 19.4. auf dem Appellplatz
> des KZ Buchenwald an und leisten im Namen ihrer 51.000 ermordeten
> Kameraden den Schwur: »Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der
> letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht! Die Vernichtung
> des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer
> neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Das sind wir
> unseren gemordeten Kameraden, ihren Angehörigen schuldig.«
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>>> Ansprache in französischer, russischer, polnischer, englischer und
>>> deutscher Sprache auf der Trauerkundgebung des Lagers Buchenwald
>>> am 19. April 1945. Kameraden! Wir Buchenwalder Antifaschisten sind
>>> heute angetreten zu Ehren der in Buchenwald und seinen
>>> Aussenkommandos von der Nazibestie und ihrer Helfershelfer
>>> ermordeten 51.000 Gefangene! 51.000 erschossen, gehenkt,
>>> zertrampelt, erschlagen, erstickt, ersäuft, verhungert, vergiftet,
>>> abgespitzt 51.000 Väter, Brüder, Söhne starben einen qualvollen
>>> Tod, weil sie Kämpfer gegen das faschistische System waren. 51.000
>>> Mütter und Frauen und hunderttausende Kinder klagen an! Wir lebend
>>> gebliebenen, wir Zeugen der nazistischen Bestialitäten sahen in
>>> ohnmächtiger Wut unsere Kameraden fallen. Wenn uns eins am Leben
>>> hielt, dann war es der Gedanke: Es kommt der Tag der Rache! Heute
>>> sind wir frei! Wir danken den verbündeten Armeen, der Amerikaner,
>>> Engländer, Sowjets und allen Freiheitsarmeen, die uns und der
>>> gesamten Welt Frieden und das Leben erkämpfen.
>>
>>> Wir gedenken an dieser Stille des grossen Freundes der
>>> Antifaschisten aller Länder, eines Organisatoren und Initiatoren
>>> des Kampfes um eine neue demokratische, friedliche Welt. F. D.
>>> Roosevelt - Ehre seinem Andenken! Wir Buchenwalder, Russen,
>>> Franzosen, Polen, Tschechen, Slovaken und Deutsche,
>>
>>> Spanier, Italiener und Österreicher,
>>
>>> Belgier und Holländer, Engländer, Luxemburger, Rumänen, Jugoslaven
>>> und Ungarn kämpften gemeinsam gegen die SS, gegen die nazistischen
>>> Verbrecher, für unsere eigene Befreiung. Uns beseelte eine Idee:
>>> Unsere Sache ist gerecht - der Sieg muß unser sein! Wir führten in
>>> vielen Sprachen den gleichen, harten, erbarmungslosen,
>>> opferreichen Kampf und dieser Kampf ist noch nicht zu Ende.
>>
>>> Noch wehen Hitlerfahnen!
>>
>>> Noch leben die Mörder unserer Kameraden!
>>
>>> Noch laufen unsere sadistischen Peiniger frei herum!
>>
>>>
>>> Wir schwören deshalb vor aller Welt auf diesem Apellplatz, an
>>> dieser Stätte des faschistischen Grauens: Wir stellen den Kampf
>>> erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der
>>> Völker steht! Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist
>>> unsere Losung, der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der
>>> Freiheit ist unser Ziel. Das sind wir unseren gemordeten
>>> Kameraden, ihren Angehörigen schuldig. Zum Zeichen Eurer
>>> Bereitschaft für diesen Kampf erhebt die Hand zum Schwur und
>>> sprecht mir nach: WIR SCHWÖREN!
>>>
>>>

s.a.

>>>
>>> === Dokumentarfilm über Edo Leitner ===
>>>
>>> Edo Leitner wuchs in die Wirren der Weimarer Republik hinein auf.
>>> Er wurde von den Nazis nach dem Reichtagsbrand verhaftet und für
>>> ein halbes Jahr in "Schutzhaft" genommen. Im März 1936 wurde er
>>> erneut verhaftet und wegen angeblichem Hochverrat zu zweieinhalb
>>> Jahren Zuchthaus verurteilt. Danach wurde er jedoch nicht
>>> freigelassen, sondern 1939 ins KZ Buchenwald verfrachtet. Die
>>> Greueltaten, die er dort erlebte, waren ein Grund für sein
>>> Engagement. "Ich würde die Vergangenheit schon in Ruhe lassen,
>>> wenn sie mich in Ruhe lassen würde", sagt Edo Leitner an einer
>>> Stelle dieser Dokumentation. Nach Kriegsende kam er über Stuttgart
>>> nach SchwäbischGmünd und engagierte sich viele Jahre im ^VVN
>>> (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der
>>> Antifaschisten) und in der Friedensbewegung. Immer wieder
>>> berichtete er als Zeuge der faschistischen Untaten von seinen
>>> Erlebnissen.
>>>
>>> Produziert wurde dieses Dokumentarvideo im Jahre 1983 von Heidi
>>> Eisenbraun und Horst Haugg als Projektarbeit während ihres Studiums
>>> an der Fachhochschule für Gestaltung in SchwäbischGmünd und ist
>>> heute genauso sehenswert wie damals.
>>>
>>> '''Edo Leitner starb am 1.11.1991 in Freiburg'''
>>>

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